Einfach zum Nachdenken

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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag:

Die Wunderkammer des Lesens

Lesen bringt Farbe ins Leben

 

Für manchen Bücherfreund ist das Leseverhalten in Deutschland besorgniserregend. Bücherlesen nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. Waren es 2021 noch dreiundvierzig Prozent, die angaben, regelmäßig zu lesen – wobei die tägliche Lesedauer nur siebenundzwanzig Minuten betrug – waren es 2025 nur noch einunddreißig Prozent. Wobei sich die tägliche Lesedauer auf alle Medien bezieht, also auf Bücher, Zeitungen und digitale Medien. Fürs Bücherlesen nahmen sich die Befragten zwölf Minuten, fürs Zeitunglesen neun Minuten durchschnittlich Zeit. Im Vergleich dazu wurden täglich zwei Stunden und acht  Minuten vor dem Fernseher verbracht. Mädchen und Frauen lesen deutlich mehr als Jungen und Männer. Den mit Abstand größten Anteil der Lesenden bilden die über 65-Jährigen. Wobei die »echten« Leser zunehmend allerdings mehr lesen als früher.

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Josch 12.05.2026, 20.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Veränderungen sind lebensnotwendig

Warum Veränderungen wichtig sind

In der katholischen Dogmatik und Glaubenslehre versteht man unter Wandlung, dass durch die Worte des Priesters bei der Eucharistiefeier Brot in den Leib und Wein vermischt mit etwas Wasser in das Blut Jesu Christi verwandelt werden. Abgeschlossen wird diese »Wandlung« mit den Worten »Geheimnis des Glaubens«. Es ist sozusagen ein großes Wunder, das allein durch die Worte eines Menschen ausgelöst wird. Das kann man glauben und für wahr halten oder nicht. Belegen oder beweisen, falsifizieren kann man das nicht. Was für mich ein weit größeres Wunder darstellt, das ist die Wandlung eines Menschen, die Veränderung. Wenn ein Mensch sich verändert, ist dies für mich ein weit bedeutenderes Wunder als die eucharistische Wandlung. Eine Wandlung, die man sehen, die man belegen kann.

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Josch 14.04.2026, 15.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wirklichkeit sehen und beschreiben

Kann Literatur Verhalten ändern?

Mein Hauptinteresse gilt – seit ich vernünftig denken kann – der Literatur. Viele Jahre habe ich mich mit Stefan Zweig, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann, Oskar Maria Graf – leider auch mit Ludwig Thoma – mit Stefan Heym und in besonderer Weise mit Lion Feuchtwanger beschäftigt. Dazu kam eine Reihe höchst interessanter amerikanischer Autoren, wie zum Beispiel Edith Wharton, James Baldwin, Harper Lee, Truman Capote, John Williams, Maya Angelou, Kent Haruf, Richard Powers, Donna Tartt, Hanya Yanagihara und vielen anderen. Ihr Schaffen zeigt eine kritische Haltung gegenüber fragwürdigen gesellschaftlichen Erscheinungen und Fehlentwicklungen.

Abbildung: Ein Licht geht auf

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Josch 22.02.2026, 15.03 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Reich sind nur die, die wahre Freunde haben (Fuller)

Kein Weg ist lang, mit einem Freund an der Seite

(japan. Sprichwort)

»Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen«, war ein Sinnspruch der Studentenbewegung in den 1960er-Jahren. Ist der Satz nicht auch eine Voraussetzungen für eine gelingende Freundschaft? Wir träumen von einer Gemeinsamkeit, die uns Kraft verleiht, die uns stark macht, die in gewisser Weise ein energetisches Feld darstellt, ohne das es keinen Antrieb, keinen Neubeginn, kein Risiko, keinen Glauben an das Unbedingte gäbe. »Bergkriterien« einer Freundschaft, die sich immer wieder bewähren müssen, die immer wieder zeigen müssen, was es mit der Freundschaft auf sich hat.

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Josch 13.01.2026, 15.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Unruhe um einen Friedfertigen

Sturm kommt auf

Der außergewöhnliche Fernseh-Zweiteiler "Sturm kommt auf" (ZDF-Mediathek, jeweils 90 Minuten), basiert auf dem Roman "Unruhe um einen Friedfertigen" von Oskar Maria Graf. Protagonist des Romans ist Julius Kraus, ein Schuster im fiktiven oberbayerischen Dorf Lohfing. Der friedliebende Kraus lebt und arbeitet ruhig, unauffällig und zurückgezogen in der Dorfgemeinschaft, in der der "Spaltpilz" Nationalsozialismus bereits kräftig rumort. Kraus jedoch versucht, sich aus dem politischen Geschehen herauszuhalten. Er meidet Dorf-Klatsch und lässt sich von niemand und für nichts vereinnahmen. Kurzum: Er lebt ein bescheidenes, stilles Leben.


BU: In einer nächtlichen Aktion zersägt der alte Heingeiger (Sigi Zimmerschied) mit Unterstützung anderer Dorfbewohner den Fahnenmast und verbrennt die Hakenkreuzfahne (Copyright: ZDF/Fabio Eppensteiner)

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Josch 24.11.2025, 15.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Geschichte eines Strafvaters

»Wer Gewalt sät«

Wenn Männer über Väter sprechen, kommen nicht immer erfreuliche Dinge zum Vorschein. So wie vor einiger Zeit bei einem langen Abend mit einem Bekannten, der mir in dieser Nacht zu einem Freund wurde. Es war schauerlich, was er über seine Vaterbeziehung erzählte. Er leitete die Reminiszenz mit dem vierten christlichen Gebot ein, das da lautet: Du sollst Vater und Mutter ehren, damit du lange lebest und es dir wohl ergehe auf Erden (Ex 20,12).Man soll den Vater ehren, ihn respektieren, ihn vielleicht sogar lieben. Sein Vater forderte bedingungslosen Respekt ein. Man sollte also Respekt vor ihm haben. Doch was er unter Respekt verstand, löste nur Angst aus. Angst vor seiner Gewalt, seiner Züchtigung, seiner Strafe, seiner Laune. Wie wird er wohl heute aufgelegt sein? Ob ihm vielleicht eine Laus über die Leber gelaufen ist? Das würde brutale Auswirkungen auf seine Laune haben, seiner Laune dem Sohn gegenüber. Wenn dem Vater jemand schön tat, war er gut aufgelegt. Dann überstrahlte er alle, denen er begegnete, mit dem charmantesten Lächeln, das man sich vorstellen kann.

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Josch 07.10.2025, 16.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Barmherzigkeit statt Fremdenhass

Tugenden und Werke der Barmherzigkeit?

Die Themen Tugenden und Barmherzigkeit treiben mich schon seit Langem um. Das zeigen auch die zwei oder drei Beiträge auf meinem Blog. So hatte zum Beispiel mein Beitrag "Konfliktpotenzial Stolz und Ehre" verschiedene Leser zum Nachdenken angeregt (was ja auch Titel und Zweck meines Blogs ist). So kommentierte unter anderen jemand, dass Stolz und Ehre „Tugenden“ seien, die sich Neonazis auf ihre Fahnen schreiben würden. Das hat mich dazu gebracht, noch einmal grundsätzlich über das Thema nachzudenken.

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Josch 05.09.2025, 16.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Welt von Gestern

Stefan Zweig: »Konzentration ist das ewige Geheimnis aller großen Kunst«

Wenn es ums Lesen geht, bin ich etwas kompliziert und daher auch nicht leicht zufriedenzustellen. Ich kann nicht einfach irgendeinen Roman lesen. Literatur muss mich herausfordern, muss mich mitnehmen, mich beschäftigen, muss eine Botschaft, etwas Bleibendes haben. Rein zur Unterhaltung kann ich zwar auch lesen, aber das ist dann nicht wesentlich anders als meinetwegen eine Folge Traumschiff anzusehen und dabei vor lauter Gähnen den Inhalt gar nicht mehr mitzubekommen. Was nun auch nicht schlimm wäre.

Mein Anspruch an Literatur hängt mit meinem Beruf als Lektor und Redakteur zusammen, der durch mein Studium der Neueren Deutschen Literatur grundgelegt wurde. Leider schon vor sehr langer Zeit. Wenn das berufliche und private Leben buchstäblich von Büchern "rings umstellt" (Goethe) ist, dann determiniert dies logischerweise auch die Perspektive, den sogenannten Point-of-View auf Literatur. Und weil ich gern anderen Menschen vorlese, bin ich im Mai 2024 mit meinem Podcast "LeseLust" an den Start gegangen, in dem ich Autorinnen und Autoren und jeweils ein oder zwei ihrer Bücher vorstelle und auch daraus vorlese – um Lust aufs Lesen zu machen.

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Josch 14.07.2025, 15.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Eintauchen in schöne Bücher

Schöngeistiges und Spannendes in dieser »schweren Zeit«

Wenn man die Formel »in dieser schweren Zeit« googelt, werden einem ausschließlich Trauerbekundungen angezeigt. Und Chatgpt gibt Folgendes aus: „In dieser schweren Zeit ist ein Ausdruck, der oft verwendet wird, um Mitgefühl, Trost oder Unterstützung in schwierigen Lebensphasen auszudrücken. Je nach Kontext kann man den Satz erweitern oder in Beileidsbekundungen, tröstenden Worten oder aufmunternden Botschaften verwenden.«

Das ist schon eigenartig, wie ich finde. Dabei kann »in dieser schweren Zeit« doch auch nur eine Zustandsbestimmung, eine im übertragenen Sinn gemeinte Wasserstandsmeldung für eine augenblickliche gesellschaftliche Situation sein.

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Josch 05.06.2025, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ostermontag 2025: Symbolkraft ohnegleichen

Der Gang nach Emmaus: Zeichen der Hoffnung

Mit Ostern verbinde ich seit jeher den eigentlichen Beginn des Frühlings, schrieb ich vor einigen Jahren auf meinem Blog. An Ostern kann man den Frühling buchstäblich riechen. Die Natur explodiert geradezu, alles sprießt und blüht. Als Jugendliche haben wir – einer Tradition in unserer Gemeinde folgend – tatsächlich häufig am Ostermontag eine kleine Wanderung gemacht, meistens in ein etwas abgelegenes, sehr schön gelegenes Dorf. Dort kehrten wir im Dorfgasthaus ein, tranken, aßen, rauchten, blödelten und schmusten mit unseren Begleiterinnen. Es war unser Emmausgang, wie er in der Bibel erzählt wird. ...weiterlesen

Josch 22.04.2025, 14.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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