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Vom Manuskript zum Buch (Teil 2)

Wer als noch unentdeckter (oder künftig erfolgreicher) Autor einem Verlag sein Buch - streng genommen ist es ja noch kein Buch, vielmehr soll es eines werden - anbieten möchte, sollte sich im Vorfeld überlegen, wie er die notwendige Aufmerksamkeit für seinen Text bei einem ihm fremden (Viel-)Leser, dem Lektor, erregen kann.



Je umfangreicher das Werk ist, desto wichtiger ist es, diesem Lektor nicht sofort den ganzen Text zuzumuten, sondern dem Verlag zunächst ein Exposé vorzulegen, das die wichtigsten Fakten zum Buch zusammenfasst, also:

Ein aussagekräftiger, nicht zu langer Titel

Der Plot des Buches auf (maximal!) zwei Seiten

Das Genre, das das Buch bedient

Der geplante oder tatsächliche Umfang des Manuskripts

Das Konkurrenzumfeld des Buches, also zu welchen erfolgreichen Büchern passt das Buch am besten. Wo würde es der Buchhändler einordnen?

Am letzten Punkt sind übrigens Marketing, Werbung und der Vertrieb bei der Programmkonferenz ganz besonders interessiert. Hier kann man mit einem aussagekräftigen Text, der neugierig macht, enorm punkten.

Nur wenn der Plot gut formuliert ist, weckt er beim Lektor die Lust auf mehr. Wenn Du dem Exposé nicht das ganze Manuskript beilegst, dann solltest Du dem Angebot nach Möglichkeit eine aussagekräftige, spannende oder witzige, also im weitesten Sinne interessante und stilistisch gut formulierte Leseprobe beilegen, nicht mehr als zehn Seiten. Natürlich kannst Du dem Exposé auch das vollständige Manuskript beilegen. Aber eigentlich reicht fürs Erste die aussagestarke Kurz- oder Zusammenfassung des Buches, die im Idealfall in Teilen bereits als Vorschau-, Werbe- oder U-4-Text (Text auf der vierten Umschlagseite, von den meisten Menschen irrtümlich als Rückentext bezeichnet. Der Rückentext jedoch steht auf dem Buchrücken, den wir sehen, wenn das Buch im Bücherregal - oder eben in der Buchhandlung - steht) verwendet werden kann.

 

Wenn das Manuskript noch nicht abgeschlossen ist, sollte das Exposé den von Dir geplanten Abgabetermin des Werkes enthalten.

Argumente im Anschreiben, die man tunlichst vermeiden sollte: "Dazu gibt es noch gar nichts auf dem Buchmarkt." Da denkt der Lektor mit Schrecken an den enormen Aufwand, das Buch auf dem (ohnedies überbesetzten) Markt durchzusetzen. Ein besseres Argument ist es, das Konkurrenzumfeld zu benennen, da weiß der Verlagsmensch sofort, wo er das Buch einordnen kann, und damit verbunden, worin sich das Buch von allen anderen unterscheidet. Dieses letzte Argument ist vor allem bei Ratgebern und Sachbüchern wichtig. Bei belletristischen Texten kannst Du diesen Punkt vernachlässigen.

Wenn es sich bei Deinem Manuskriptangebot um einen Ratgeber oder um ein Sachbuch handelt, ist es wichtig, die Frage zu stellen, ob das Buch Abbildungen enthalten soll oder nicht, wie viele Abbildungen Du Dir vorstellst, an welche Art von Abbildungen Du denkst (Illustrationen oder Fotos) und von wem die Abbildungen kommen könnten etc.

Kein besonders gutes Argument ist es, im Anschreiben zu erwähnen, dass Deine Freunde und Verwandten von dem Text ganz begeistert seien und sie Dich ermuntert hätten, das Manuskript einem Verlag zur Publikation anzubieten. Was sollen Freunde und Bekannte schon anders sagen, als dass ihnen der Text gefällt? Im Übrigen ist der Kreis der Verwandten und Bekannten nicht repräsentativ für die potenziellen Käufer des Buches.

Nachdem Du das Manuskriptangebot an den Verlag geschickt hast und vor Ungeduld kaum noch schlafen kannst, solltest Du Dich dennoch beherrschen und nicht beim Verlag anrufen, um Dich nach Deinem Text zu erkundigen und wie man ihn findet. Im Lektorat weiß man in der Regel gar nicht, wer Du bist und verbindet mit Deinem Namen keinen bestimmten Text. Übe Dich weiter in Geduld! Wenn Dein Manuskriptangebot gut ankam, meldet sich der Verlag ganz automatisch bei Dir. Wenn nicht, dann erhältst Du normalerweise eine standardisierte Absage. Ganz problematisch ist es, wenn Du nach Erhalt der Absage im Verlag anrufst, um Dich danach zu erkundigen, warum Dein Text abgelehnt wurde. Darauf wird kein (vernünftiger) Lektor etwas sagen, da jede seiner Aussagen in eine endlose Argumentationsspirale führen würde. Nimm es einfach sportlich, und versuche es bei einem anderen Verlag.

 

In meinem nächsten Beitrag wird es um die Wahl des richtigen Verlages gehen und warum eine Literaturagentur die Erfolgschancen eines Manuskriptangebots wesentlich erhöht. Damit keine Zweifel aufkommen: Ich selbst betreibe weder eine Literaturagentur noch biete ich einem Verlag Manuskripte an.

Josch 28.02.2016, 11.43

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