Einfach zum Nachdenken

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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Nachgedacht

Träume, die die Welt verändern

„I have a dream“

Träume haben Konjunktur. Also nicht die Träume, die jeder Nacht für Nacht hat und an die er sich meistens nach dem Aufwachen nicht mehr erinnern kann, weil er seine Träume nicht pflegt und ihnen nicht den Raum gibt, den sie eigentlich verdienten. Aber das wäre eine eigene Geschichte. Ich meine die ganz „normalen“ Träume von einer besseren, einer idealen Welt, einer Welt ohne Kriege, ohne Hunger, ohne Flüchtlingsströme und ohne drastische Klimaveränderungen. Diese Träume sind überlebensnotwendig.

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Josch 28.06.2019, 15.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Lebenszeit vernichten

„Meine Seele hat es eilig“

Ich bin vor Kurzem auf einen Text von Mario de Andrade (*1893/+1945), dem brasilianischen Dichter, Essayisten und Musikwissenschaftler, der zu den Gründern der brasilianischen Moderne gehörte, gestoßen. Überschrieben war der Text: „Meine Seele hat es eilig.“ Der kurze Text hat mich sehr berührt. Eigentlich wäre er es wert, ganz zitiert zu werden. Aber das würde den Rahmen meines Blogbeitrages sprengen. Deswegen möchte ich mich nur auf drei Kernsätze konzentrieren, die mich in besonderer Weise angesprochen haben.

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Josch 11.06.2019, 16.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das Fremde an dir

Dem andern zeigen, wie man ist

„Je öfter dass man was sieht, desto besser versteht man es! – Das ist nicht wahr! Wir zwei habn uns schon so oft gsehn und verstehn uns alle Tage weniger“, so Karl Valentin. Eine schmerzhafte Wahrheit, die der große Komiker wie häufig prägnant in Worte fasste. Je öfter man sich begegnet, desto besser lernt man einander kennen, vorausgesetzt,  man öffnet sich und lässt den anderen an seinem Leben teilhaben. Je mehr man vom anderen weiß, je mehr sich einem sein Denken erschließt, desto größer die Gefahr, dass seine Eigenheiten, Vorlieben, Schrullen, Ecken und Kanten nicht nur zum Vorschein kommen, sondern dass sie einem unangenehm sind, dass man sie einem zutiefst zuwider sind und man den anderen deswegen ablehnt. Sich ehrlich zu begegnen birgt also durchaus die Gefahr, dass man sich immer weniger versteht.

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Josch 27.05.2019, 15.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Dieser Mensch hatte keine Feinde...

Ohne Gegenwind durchs Leben?

Ich habe seit geraumer Zeit eine etwas schrullige Angewohnheit, vielleicht ist sie auch nur altersbedingt: Ich lese – wie es meine Mutter schon tat – die Todesanzeigen in der Zeitung. Oder sollte ich besser sagen: Ich studiere sie? Und vor allem: Warum tue ich das? Genau genommen sind es zwei Gründe. Zum einen interessiert mich das Alter der Verstorbenen („O Gott, schon wieder mein Jahrgang“ oder: „Wahnsinn: So jung!“), und zum anderen sind es die Widmungen, mit denen die Hinterbliebenen den Verstorbenen charakterisieren. In besonderer Weise geht mir eine Anzeige an die Nieren, wenn es sich um den Tod eines Bekannten oder einer früheren Freundin handelt, den bzw. die ich schon seit längerer Zeit aus den Augen verloren habe.

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Josch 07.05.2019, 15.22 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Bedeutsame Begegnungen

Was Worte bewirken

Neulich traf ich einen Bekannten, den ich schon seit einigen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Ich hätte ihn beinahe nicht wiedererkannt. Er ist eben älter geworden (wie überheblich: als wäre ich nicht älter geworden). Der Grund, warum ich ihn nicht sofort erkannte, war offenbar eine schwere Krankheit, die ihn wesentlich schneller altern ließ. Wir kamen ins Gespräch, und er erinnerte mich mit einem traurigen Lächeln an einen Vorfall, den ich völlig vergessen hatte. Er arbeitete vor vielen Jahren einmal in meiner Abteilung. Ich war sozusagen sein Vorgesetzter und hatte ihn auch eingestellt. Beim Vorstellungsgespräch habe ich ihn offenbar gefragt, wie er denn reagieren würde, wenn er sich ungerecht behandelt fühle. Es komme in einem Team oft vor, so hatte ich erläutert, dass sich jemand zurückgesetzt oder ungerecht behandelt fühlt. Ob eingebildet oder real mache da keinen Unterschied. Solche Situationen brächten ein Team oftmals an seine Grenzen bis hin zum Auseinanderbrechen.

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Josch 18.04.2019, 23.18 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Reisen ist auch Reisen zu sich selbst (A. Camus)

Du warst im Urlaub? Wie war's?

Was soll man auf eine solche Frage antworten? Etwa: Es war grauenhaft. All diese fremden Menschen, diese völlig andere Kultur, das Essen, die Sprache, das Land, das Klima, die Hygiene. Einfach alles furchtbar, ekelhaft. Oder soll man sagen: Großartig. Einfach großartig. Super. Und das war's dann. Die Antwort wird wohl davon abhängen, wo man im Urlaub war und ob der Mensch wirklich wissen will, wie es war, oder ob es sich eher um eine amerikanisch hingeworfene Floskel handelt, wie etwa How are you?

Ich war mit zwölf mir bis dahin fremden Menschen in Äthiopien. Es war also eine Gruppenreise. Eine Kulturreise, nicht am Strand oder Pool liegen, sondern straffes Programm mit mehrstündigen Busfahrten und einigen Inlandsflügen. Schlafen in Lodges und Hotels, nie länger als zwei Nächte an einem Ort. Geführt und kompetent geleitet von einem Reiseleiter.

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Josch 30.03.2019, 11.41 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Liebe ist ein Ring, ein Ring hat kein Ende

„Die Liebe ist eine Himmelsmacht“

heißt es in der Operette „Der Zigeunerbaron“. Einer Himmelsmacht ist man gewissermaßen ausgeliefert. Oft überfällt sie den Menschen aus heiterem Himmel, wie in der „Liebesgeschichte“ von Siegfried Lenz so wunderschön beschrieben, als Joseph Waldemar Gritzan, ein großer, schweigsamer Holzfäller, Katharina Knack sieht, die gerade die Wäsche an einem Bach spült. Er läuft zum Pastor, holt sich einen Taufschein und überlegt sich genau, wie er der heimlich Verehrten einen Heiratsantrag macht. Er sieht sie also wie sie singend die Wäsche walkt, geht auf sie zu und sagt: „Rutsch zur Seite.“ Dann setzt er sich neben sie, schweigt lange, sagt irgendetwas von Erdbeeren und Blaubeeren im Wald, schweigt wieder, langt dann in seine Tasche und holt etwas daraus hervor, hält es der Katharina hin und fragt: „Willst Lakritz?“ Dann reicht er ihr den Taufschein, und damit war es beschlossen. Sie würden heiraten. So einfach und geradlinig kann eine Liebeserklärung sein. Zumindest ist sie es in dieser wunderschönen masurischen Geschichte im Buch „So zärtlich war Suleyken“.

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Josch 14.01.2019, 15.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Alles hat seine Zeit

Ach, du liebe Zeit!

Viele Menschen verschlafen den ersten Tag des Jahres, wachen verkatert auf und kommen nur mühsam aus der Horizontalen. Wenn es jedes Jahr das Gleiche ist, wäre es höchste Zeit, etwas zu ändern! Wir wünschen uns noch Tage lang ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr, weil der Jahreswechsel einen besonderen Einschnitt in unser Zeitmanagement darstellt. Zeit für Bilanzen und Vorsätze, Zeit zum Innehalten und Nachdenken. Zeit haben und sich Zeit nehmen oder sich die Zeit stehlen? … für was oder für wen? Wer mit einem Brummschädel aufwacht, hat nicht viele Möglichkeiten, die Zeit sinnvoll zu nutzen. Zeit heilt alle Wunden, auch den Kopfschmerz und das Grummeln im Bauch.

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Josch 02.01.2019, 12.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sich von der Weihnachtsbotschaft berühren lassen

Macht hoch die Tür

… wird in den christlichen Kirchen zur Adventszeit gesungen, wenn überall der süße Geruch von Glühwein, Punsch und gebrannten Mandeln durch die Innenstädte wabert. Die Menschen aber können mit solchen Zeilen nichts mehr anfangen. Ihnen ist der Ursprung, warum es überhaupt Weihnachtsbuden, Weihnachtsmärkte etc. gibt, völlig egal. Der Text von „Macht hoch die Tür“ – geschrieben im Advent 1623 von Georg Weissel, einem evangelischen Pfarrer und Kirchenliederschreiber – ist , wie ich finde, immer noch hochaktuell: Welche Türen und Tore machen wir auf, damit der Friedensstifter Einzug halten kann? Schickt sich unsere Gesellschaft nicht eher an, die Türen und Tore immer mehr zuzuziehen, bis sie endlich vollkommen verschlossen und ein Riegel davor geschoben ist, damit nur ja niemand mehr hereinkommt, durchdringt?

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Josch 20.12.2018, 23.08 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schweigen ist mehr als nichts reden

„Schweigen ist ein köstlicher Genuss… 

… aber um ihn ganz auszuschöpfen, muss man einen Gefährten haben. Allein ist man nur stumm“, sagt Karl Heinrich Waggerl.

Vor einiger Zeit habe ich eine Auszeit genommen und mich für eine Woche in ein Kloster zurückgezogen, um zu meditieren, zu schweigen und zu wandern. Das eine bewirkt oder fördert das andere: Wenn ich nichts rede, komme ich leichter in einen meditativen Habitus. Ich finde leichter Kontakt zu meinem geistigen und emotionalen Innenleben, ich bin – wenn ich es denn zulasse – mit mir selbst konfrontiert.

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Josch 02.12.2018, 17.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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