Einfach zum Nachdenken

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Wann wachen wir endlich auf?

Was tun, gegen die gesellschaftlich-politischen Katastrophen?

Wenn ich heute die Zeitung aufschlage, Nachrichten höre, auf Facebook oder Instagram gehe, mir die Botschaft des einen oder anderen politischen Influencers ansehe, dann – ich muss es gestehen – krampft sich mir buchstäblich der Magen zusammen, und ich weiß nicht, wie ich diese aufgezeigte Ausweglosigkeit überwinden kann. Ich frage mich nicht nur, wo das alles noch hinführen soll, sondern auch, was ich persönlich all dem Negativen positiv entgegensetzen soll. Natürlich kann ich nichts zur Beendigung der furchtbaren Kriege in der Ukraine, im Iran oder in Gaza und Israel tun. Anders sieht es schon aus in Bezug auf die Klimaerwärmung, die ich zwar nicht umdrehen kann, aber zumindest kann ich einen zwar bescheidenen, aber immerhin persönlichen Beitrag zur Vermeidung der Klimaerwärmung leisten. Das fängt damit an, aufs Auto, wo immer es möglich ist, zu verzichten und lieber öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Die Krone stellt für mich persönlich die Photovoltaikanlage dar. Auch durch eine überwiegend pflanzliche Ernährung mit regionalen Produkten kann der CO-Wert halbiert werden. Damit kann viel gegen die Klimaerwärmung getan werden.



Von gesellschaftlichen und politischen Katastrophen

Bleiben noch die gegenwärtigen politischen Katastrophen, die mir nahezu den Atem nehmen. Ich lebe schon seit über fünfzig Jahren in einem freiheitlich-demokratischen Land. Häufig waren zwar die von mir gewählten Parteien nicht in der Regierung. Aber gerade dabei habe ich erfahren, wie wichtig Opposition ist und dass eine gesunde Gesellschaft nicht nur von Mehrheiten lebt, sondern davon, wie Mehrheiten mit Minderheiten umgehen. Gesunde Politik ist ohne Debatte, ohne Kompromisse, ohne empathisches Zuhören nicht möglich. Das haben in der Vergangenheit alle demokratischen Parteien nach meinem Empfinden relativ gut hingekriegt. Wenngleich mir zum Beispiel gerade bayerische Politik immer wieder sehr viel abverlangt hat, denke ich an Franz-Josef Strauß, an Stoiber oder jetzt an unseren "großartigen" Markus Söder. Aber alles in allem durfte ich in einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft aufwachsen, leben, arbeiten und alt werden. Ich habe die NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschland), die Republikaner und die Deutsche Volksunion erlebt. Und als 2013 die AfD gegründet wurde, habe ich eher darüber gelächelt und den Kopf geschüttelt, als mich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Aber diese Überheblichkeit wird mir nun sehr schmerzhaft ausgetrieben. Wie konnte ich nur so arrogant sein?

 

Informationsvermittlung im 21. Jahrhundert

Ich habe nicht an mich herankommen lassen, dass die Menschen immer weniger lesen, sich immer weniger mit nachprüfbaren Fakten beschäftigen, dass soziale Medien eine ungeheuere Macht haben, dass viele junge Menschen – auch gut ausgebildete, studierte – nicht mehr fernsehen, dass sie ihr gesamtes sogenanntes politisch-gesellschaftliches Wissen von YouTube®, von Twitter, von Bluesky, von Instagram etc. haben, dass sie auch nicht mehr Zeitung lesen. Wo soll das hinführen?, frage ich mich. Was wurde gesellschaftlich alles versäumt? Die entsetzlichen Ergebnisse der Pisastudie über all die Jahre bis zur jüngsten sind umso beängstigender, wenn man sie neben das Medienverhalten der jungen und mittleren Generation stellt. Wo soll das alles hinführen?

 

Die Weiße Rose

In einem der Flugblätter der Weißen Rose von Hans und Sophie Scholl hieß es unter anderem: Goethe spricht von den Deutschen als einem tragischen Volke, gleich dem der Juden und Griechen, aber heute hat es eher den Anschein, als sei es eine seichte, willenlose Herde von Mit?läufern, denen das Mark aus dem Innersten gesogen und nun ihres Kernes beraubt, bereit sind, sich in den Untergang hetzen zu lassen. Wie aktuell doch diese Worte sind, die vor 83 Jahren geschrieben wurden.

 

Kreidefressende Ungeheuer?

Wir haben es heute mit Kreide fressenden Politikern der AfD zu tun, die sich jeden Tag mehr trauen, ihr wahres Gesicht zu zeigen. Und ich bin sprachlos und machtlos. Wirklich machtlos? Nun ja, ich kann immer und überall, wo es möglich ist, sagen, was ich denke, ich kann für unser Grundgesetz eintreten, so wie ich versuche, mein Scherflein mit bescheidenen Mitteln zum Klimaschutz beizutragen. Aber ob das hilft? Müssen sich nicht alledie Menschen, die für unsere liberale Demokratie, für die Würde des Menschen und gegen die AfD eintreten, vorkommen wie Sancho Panza bei seinem Kampf gegen die Windmühlen? Klar, man darf den Mut nicht verlieren. Das hat mir heute Katharina Droege vom Bündnis 90/ Die Grünen mit ihrer mich zutiefst berührenden Rede im Bundestag vor Augen geführt. Sie hat, wie ich meine, damit auch den Bundeskanzler Friedrich Merz zum Nachdenken gebracht. Und mir gibt sie irgendwie Hoffnung, dass noch nicht aller Tage Abend ist, zumindest hoffe ich das … Schreib mir doch bitte in die Kommentarspalte, wie du das Problem siehst. Du kannst es ja anonym machen.

Josch 11.09.2026, 20.59

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