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Ein Theaterstück schreiben?

Die bunte Welt des Theaters mitgestalten

Ob Theaterbesucher oder Mitwirkender in einer Theatergruppe: so vielfältig wie das Leben, so vielfältig und bunt ist die Welt des Theaters. Wer sich mit dem Gedanken trägt, diesen kulturellen Kosmos mitzugestalten, begibt sich auf ein interessantes und weites Feld, das durch die Medien sehr stark beeinflusst ist (Zeitungen, Internet, soziale Netzwerke, Youtube, Fernsehen und Einschaltquoten!). Das extreme Konsumverhalten zum Beispiel vor dem Fernseher oder dem PC verändert die Einstellung zum Theater massiv. Das gilt es zu berücksichtigen, zumal viele Konsumenten heute nicht mehr auseinanderhalten können, was Realität und was Fiktion ist.



Star oder Schauspieler?

Das alles tut aber dem Theaters keinen Abbruch. Wie sich leicht nachprüfen lässt, steigt die Zahl der Spielwilligen – und hier geht es vor allem um Laien – ständig. Und die Medien haben mit unterschiedlichsten Unterhaltungsformaten erheblichen Anteil daran, dass sich viele junge Menschen in ein Star-Dasein hineinträumen, und sei es „nur“ der millionenfach abonnierte Youtube-Kanal.

Man kommt auch nicht umhin, Schauspieler von Stars zu unterscheiden. Geht es den Letztgenannten eher ums Zur-Kenntnis-genommen-Werden, um den Applaus und die Bestätigung, so ist es beim professionellen Schauspieler in der Regel die Botschaft, der Inhalt, weniger die Bestätigung, was ihn motiviert. Womit ich nicht behaupten möchte, dass nicht auch der professionelle Schauspieler den Applaus braucht. Dem Laien dagegen geht es vor allem um die Anerkennung und Bewunderung. Damit dieser in seiner Theatergruppe auch bekommt, was er sich so dringend wünscht, braucht es allerdings entsprechende spielbare Theaterstücke, die seine besonderen Fähigkeiten zur Geltung bringen.


Die Zielgruppen für Bühnenstücke eingrenzen
Wie nahezu alles in der Konsumwelt, ist auch der Markt für Bühnenstücke nicht ganz einfach. Wie vor der Abfassung eines Romans oder eines Ratgebers sollte sich auch der Autor eines Theaterstücks zuallererst folgende Fragen stellen:


- Will man das professionelle Theater bedienen?
- Oder möchte man in erster Linie Stücke für die Laienbühne schreiben?
- Denkt man an anspruchsvolle Dramen?
- Oder an Boulevardtheater?
- Was liegt einem am mehr: Komödien, Sketche oder Kabarett?
- Soll es ein anspruchsvolles Gesellschaftsstück oder schnelllebige Comedy werden?
- Was ist beim Bauern- und Heimattheater zu beachten?
- Welche Altersgruppen möchte man mit seinem Stück bedienen: Erwachsene, Jugendliche oder Kinder?

Amateurtheater, Sketche, Heimat- und Bauerntheater
Dieser kulturelle Sektor bleibt von den Medien – wenn man einmal vom Lokalteil der Tageszeitung oder den vereinseigenen Webseiten absieht – weitgehend unbeachtet. Sieht man sich jedoch diverse Spielberatungsseiten an, dann stellt man sehr schnell fest, dass es durchaus einen Markt für Stückeschreiber gibt, eben den für das Laienspiel. Und das ist ein äußerst interessanter Bereich, zumindest für denjenigen, der sich ernsthaft in die Materie hineinbegibt und Insiderwissen einbringen kann, vielleicht, weil er selbst Mitglied einer Theatergruppe ist oder war.

Es gibt eine ganze Reihe Autoren, die ausschließlich für diese Laienbühnen schreiben. Selbst wenn so mancher Titel heute „modern“ klingt, bleiben die Stücke selbst strukturell weitgehend im seit nahezu 100 Jahren erprobten Schema: Zunächst gibt es allerlei Verwirrungen, Verwechslungen, Intrigen, Chaos der Gefühle, Eifersucht, Beleidigungen, Streit und schließlich dann die Versöhnung und – Gott sei Dank – ein Happy End. Damit stimmt die Welt wieder. Knapp am richtigen Leben vorbei. Theaterliteratur für die Laienbühne ist damit gar nicht so weit weg von der heute so beliebten und erfolgreichen Chick-Lit.

 

Auch Theaterstücke zählen zur Literatur

Natürlich gibt es auch anspruchsvolle Komödien. Und es gibt auch viele Laienbühnen, die hohe Ansprüche an ihr Theaterschaffen stellen. Vor allem Jugendbühnen haben oft den Ehrgeiz, keine Schemaliteratur zur Aufführung zu bringen. Leider sind dann aber auf Dauer die Mittel und Möglichkeiten begrenzt.

Es wäre meines Erachtens für alle, die sich den Menschen über Liebesromane oder Krimis mitteilen möchten, eine Überlegung wert, Zeit und Mühe in Theaterstücke mit ähnlichen Inhalten zu stecken und seine schriftstellerischen Ambitionen auf diese Weise auszuleben.

 

Ein lohnender, aber mühsamer Weg: Stücke bearbeiten

Eine weitere, aber mitunter sehr spannende Möglichkeit sind übrigens Bearbeitungen bekannter Stücke. Von Leopold Ahlsen, Theaterregisseur und Schriftsteller, gibt es eine ganze Reihe wunderbarer Stückbearbeitungen, zum Beispiel „Der eingebildete Kranke“, eigentlich als Hörspiel konzipiert, oder „Der zerbrochene Krug“ oder „Kleider machen Leute“ uvm., um nur einen winzigen Teil seines wunderbaren Oevres zu nennen. Ahlsen hat oft den jeweiligen Stoff in eine spätere Zeit und hauptsächlich ins Bairische übertragen.

Es lohnt sich, solche Stücke zu studieren und daraus zu lernen. Denn Laienbühnen gibt es immer noch unglaublich viele. Und alle diese Theatergruppen suchen ständig nach brauchbaren, spielbaren Stücken. Da könnte es durchaus lohnend sein, auch mal andere schriftstellerische Wege zu beschreiten und sich mit eher anspruchsvollen Stoffen zu beschäftigen, die deswegen noch lange nicht trocken oder gar todernst sein müssen...

Copyright Abbildung: Fotolia, davit85

Josch 13.07.2017, 10.54

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