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Eine Weihnachtsgeschichte für Kinder

Warum Affe und Schwein zu Schimpfwörtern wurden


Als sich Ochs und Esel auf den Weg zu einem Stall machen, in dem ein lang erwartetes Königskind geboren sein soll, begegnen sie einem Affen, der auf einem Baum sitzt und gelangweilt eine Banane frisst. Er blickt mit nach oben gerichteter Nase verächtlich auf Ochs und Esel herab, weil die sich seiner Ansicht nach so schwerfällig fortbewegen. Und weil er sie ein wenig ärgern will, fragt er sie höhnisch, ob sie wohl vor dem Metzger auf der Flucht seien, weil sie es gar so eilig hätten. Sie bräuchten aber keine Angst zu haben, denn so ein altes zähes Fleisch könne der Metzger sicher nicht mehr verarbeiten.

Die beiden antworten ganz außer Atem, dass sie auf dem Weg nach Bethlehem seien, um einem Neugeborenen ihre Aufwartung zu machen. Der Affe verzieht das Maul, versucht ein spöttisches Grinsen und fragt sie, ob es in besagtem Stall auch Bananen gebe. Doch die beiden achten nicht mehr auf ihn und setzen ihren Weg eilig fort.

Ochs und Esel sind sehr aufgeregt. Sie wollen auf keinen Fall verpassen, was da in diesem Stall gerade passiert, und sie sind ganz neugierig, wie dieses Kind wohl aussehen möge, über das dieses rätselthafte Wesen mit dem Hirten Malachias gesprochen hat. Während sie also zu diesem Stall rennen, reden sie laut und mit erhöhter Stimme mit- oder besser: durcheinander. Der Affe, der ihnen noch ein paar Schritte nachläuft, versteht überhaupt nichts mehr. Den beiden nachlaufen will er aber auch nicht. Schließlich ist er doch ein Affe und diesen Kreaturen haushoch überlegen. Dennoch ist er nach dieser Begegnung etwas verunsichert, was er sich aber nicht anmerken lassen möchte. Es muss anscheinend etwas Außergewöhnliches passiert sein. Und die Nacht ist auch heller als sonst, und in der Ferne sieht er plötzlich einen Stern mit einem Schweif. Das kommt ihm alles sehr merkwürdig vor. Und da er ganz schön neugierig ist und glaubt, dass so ein Königskind mit Sicherheit auch Bananen habe, nimmt er sich vor, am nächsten Tag, wenn es nicht mehr so kalt wäre und er keine Bananen mehr haben würde, vor allem, wenn er ausgeschlafen war, nach dem Stall zu sehen, in dem dieser wundersame Mensch angeblich liegen solle. Damit macht er es sich in seinem Baum wieder bequem und schläft.

Der alte Ochs und der lahme Esel aber laufen so schnell sie können dem Licht entgegen, in der Hoffnung, in den Stall eingelassen zu werden. Da kommen sie an einem Verschlag vorbei, in dem ein Schwein liegt, das laut schmatzt und grunzt, als es die beiden sieht. Das Schwein schüttelt mitleidig den Kopf über die beiden Narren, die es in dieser kalten Nacht aus welchem Grund auch immer so eilig haben. Als nun die beiden am Schweinestall vorbeikommen, fragt das Schwein: „Wohin des Weges zu so später Stunde?“ und gähnt, da es vom Fressen sehr müde ist.

Ochs und Esel verhaspeln sich und erzählen von einem geheimnisvollen Retter, der heute Nacht in einem Stall geboren worden sei und dass sie das Kind unbedingt sehen wollen. Deswegen haben sie es ein wenig eilig, und das Schwein möge entschuldigen, dass sie so kurz angebunden seien.

Da lacht das Schwein und will wissen, was es denn in dem Stall zu fressen gebe.

„Nichts, außer Stroh und Heu, das aber braucht sicher das Kind, damit es nicht zu sehr friert“, antwortet der Ochs. Und damit setzen die beiden ihren Weg fort.

Das Schwein schüttelt über so viel Blödheit den Kopf und kann es einfach nicht fassen, dass die beiden zu einem Stall rennen, in dem es nicht einmal etwas zu fressen gibt. Damit legt es sich wieder in das warme Stroh und fällt sofort in einen tiefen Schlaf.

Als es am nächsten Tag aufwacht, wundert es sich über den Lärm vor seinem warmen Verschlag. Es steht auf und schaut grunzend hinaus. Da sind unzählig viele Menschen und Tiere unterwegs, alle wollen sie zu diesem eigenartigen Stall, in dem in der Nacht der Retter geboren sei, wie sich das Schwein aus den Wortfetzen der Vorbeieilenden zusammenreimt. Da will das Schwein auch dabei sein. Denn dort wird es doch wohl etwas Feines zum Fressen geben, wenn es wirklich so ein bedeutender Mensch ist, der dort geboren ist. Also läuft das Schwein den Massen hinterdrein. Und wie es so dahintrottet, springt plötzlich der Affe neben ihm einher. Auch er wolle, wie er näselnd erwähnt, zu besagtem Stall. Als sie aber am Stall ankommen, da stehen eigenartige Wesen in hellen Gewändern mit leuchtendem Antlitz, mit Flügeln und Schwertern vor der Hütte. Sie lassen niemand mehr passieren. Affe und Schwein, so sehr sie auch betteln, dürfen nicht hinein. Weil aber der Affe wissen will, wieso sie nicht auch zu diesem angeblichen Retter der Welt vorgelassen würden, antwortet ihnen eine dieser Lichtgestalten, dass das Kind ausdrücklich nur die in der Nacht angekommenen Tiere um sich haben wolle und dass im Übrigen nun drei ganz besondere Weise im Anmarsch wären, und die wollten auf keinen Fall in Gesellschaft eines Affen und eines Schweins beim Retter der Welt ihren Ergebenheitsbesuch abstatten.

Da müssen die beiden wohl oder übel unverrichteter Dinge und hungrig den Heimweg antreten, ohne dass sie auch nur in die Nähe des Kindes gekommen waren, und sie ärgern sich darüber fürchterlich. Ochs und Esel aber, als sie am Abend auf dem Rückweg sind, erzählen von dem feinen Fressen, das es in diesem Stall gegeben habe. Was das Schwein und den Affen aber am meisten ärgert, ist, dass seitdem alle Leute ihre Namen vorwiegend als Schimpfwort gebrauchen: Du Schwein, du Affe, sagen die Leute seither. Ochs und Esel aber waren durch ihren Besuch in diesem Stall irgendwie geadelt, wenngleich manche sie immer noch als dumm oder einfältig bezeichnen, obwohl sie in Wirklichkeit schlauer als Affe und Schwein waren.

Josch 09.12.2016, 15.58

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