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Liebe ist ein Ring, ein Ring hat kein Ende

„Die Liebe ist eine Himmelsmacht“

heißt es in der Operette „Der Zigeunerbaron“. Einer Himmelsmacht ist man gewissermaßen ausgeliefert. Oft überfällt sie den Menschen aus heiterem Himmel, wie in der „Liebesgeschichte“ von Siegfried Lenz so wunderschön beschrieben, als Joseph Waldemar Gritzan, ein großer, schweigsamer Holzfäller, Katharina Knack sieht, die gerade die Wäsche an einem Bach spült. Er läuft zum Pastor, holt sich einen Taufschein und überlegt sich genau, wie er der heimlich Verehrten einen Heiratsantrag macht. Er sieht sie also wie sie singend die Wäsche walkt, geht auf sie zu und sagt: „Rutsch zur Seite.“ Dann setzt er sich neben sie, schweigt lange, sagt irgendetwas von Erdbeeren und Blaubeeren im Wald, schweigt wieder, langt dann in seine Tasche und holt etwas daraus hervor, hält es der Katharina hin und fragt: „Willst Lakritz?“ Dann reicht er ihr den Taufschein, und damit war es beschlossen. Sie würden heiraten. So einfach und geradlinig kann eine Liebeserklärung sein. Zumindest ist sie es in dieser wunderschönen masurischen Geschichte im Buch „So zärtlich war Suleyken“.



„Willst du geliebt werden, so liebe!“

„Liebe ist das einzige, was wächst, wenn man es verschwendet“, sagte die Schriftstellerin und Philosophin Ricarda Huch (1864-1947). Ein einfacher Satz mit einem ungeheuren ethischen Anspruch. Da passt Senecas Aussage „Willst du geliebt werden, so liebe!“ wunderbar dazu. Ist es nicht das Gegenteil dessen, was man in Zeiten von Parship, ElitePartner, LoveScout 24 etc. unter Liebe versteht? Oder geht es dabei gar nicht um Liebe? Aber worum geht es dann? Verbirgt sich dahinter nicht die grenzenlose Sehnsucht, den Richtigen oder die Richtige zu finden? Jedenfalls einen Partner, mit dem man bis ans Lebensende durch dick und dünn gehen kann? Der treu ist und zu einem steht, in guten wie in schlechten Tagen? Und auf keinen Fall darf die Lust im Laufe des langen Zusammenlebens verloren gehen.


Was die Statistik sagt…

Ob es den idealen Partner gibt? In einer Partnerschaft wird man so manchen Kompromiss eingehen müssen. Das ist eine Binsenweisheit. Und doch stellt die amtlich besiegelte Partnerschaft, sprich die Ehe, immer noch ein hohes Gut dar. Das zeigt sich in den nackten Zahlen. So haben es in Deutschland 2017 immerhin 407.466 Paare gewagt, in den Stand der Ehe einzutreten. Das waren zwar knapp 3.000 Eheschließungen weniger als im Jahr davor, doch dafür gab es 2017 „nur“ 153.501 Scheidungen, der tiefste Stand seit 1992. Im Durchschnitt war die Braut 31,7 Jahre und der Bräutigam 34,2 Jahre alt, als sie heirateten.


Liebe ist ein Ring, ein Ring hat kein Ende

Für viele Menschen ist der Tag der Eheschließung der wichtigste Tag im Leben. Und dementsprechend wird er auch gefeiert. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn ein Paar für dieses Ereignis 20.000 € und mehr aufwendet. Die Hochzeit muss richtig gefeiert werden, mit allem, was zu einem Fest gehört. Und als Zeichen der Liebe und Treue steckt man sich Ringe an. Sie sollen aller Welt zeigen, dass man sich für einen Menschen entschieden hat, an den man sich „gehängt“ hat, wie es früher hieß. Der Ring symbolisiert dabei die Unendlichkeit. Der Ringwechsel bei der Eheschließung geht auf einen altrömischen Brauch zurück, er war Geste der gegenseitigen Bindung. Der Ring ist also nicht nur Schmuck, wiewohl er sehr viel über seinen Träger aussagt, ob edel, auffallend oder bescheiden, mit Edelsteinen besetzt oder aus schlichtem Gold: Die Träger zeigen und demonstrieren damit ihre Wertvorstellungen. Viele Paare machen sich lang vor der Hochzeit Gedanken, welche Ringe es sein sollen, einschließlich der Gravur der Namen mit dem Trauungstermin. Freunde haben mich auf die Firma Fischer Trauringe aufmerksam gemacht. Das Unternehmen, so erzählten sie, habe den Vorteil, dass es die Ringe ganz nach Wunsch bearbeitet. Hundert Jahre Erfahrung mit dem Kulturgut Ehering sagt alles. Denn bei diesem bedeutenden Schritt in die Zukunft sollte einfach alles passen, sollte man sich auf alle, die zum Gelingen des Festes beitragen, verlassen können.

 

Partnerschchaft braucht Entwicklung

Soll die Ehe Bestand haben, braucht es immer wieder die Erinnerung an das Anfangsversprechen und das Gespräch. Es ist gleichzeitig Aufforderung, sich in der Partnerschaft entwickeln zu dürfen. Auch wenn über ein Drittel nach einiger Zeit feststellen muss: „Ich suche vergeblich den Mann, den ich vor zehn oder fünfzehn Jahren geheiratet habe!“ Wenn dies passiert, liegt das Symbol der unvergänglichen Liebe meist schon irgendwo in der Schmuckschatulle, ungetragen, unbeachtet, vergessen. Eigentlich schade, wenngleich keine Tragödie. Denn wer sich nicht trennen kann, darf sich auch nicht verbinden. Auch wenn die Trennung ungemein schmerzt, wie Erich Kästner es so schön in Verse gefasst hat: „Als sie einander acht Jahre kannten, und man darf sagen, sie kannten sich gut, kam ihr Liebe plötzlich abhanden, wie andern Leuten ein Stock oder Hut…

Abbildung © fotolia, Anne Katrin Figge

Texte, aus: Siegfried Lenz: So zärtlich war Suleyken. Masurische Geschichten. Fischer Taschenbuch Verlag. Frankfurt 1955, S. 101 ff.

Erich Kästner: Sachliche Romanze, aus: Gesammelte Schriften für Erwachsene. Zürich 1969

Josch 14.01.2019, 15.38

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