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Veränderungen sind lebensnotwendig

Warum Veränderungen wichtig sind

In der katholischen Dogmatik und Glaubenslehre versteht man unter Wandlung, dass durch die Worte des Priesters bei der Eucharistiefeier Brot in den Leib und Wein vermischt mit etwas Wasser in das Blut Jesu Christi verwandelt werden. Abgeschlossen wird diese »Wandlung« mit den Worten »Geheimnis des Glaubens«. Es ist sozusagen ein großes Wunder, das allein durch die Worte eines Menschen ausgelöst wird. Das kann man glauben und für wahr halten oder nicht. Belegen oder beweisen, falsifizieren kann man das nicht. Was für mich ein weit größeres Wunder darstellt, das ist die Wandlung eines Menschen, die Veränderung. Wenn ein Mensch sich verändert, ist dies für mich ein weit bedeutenderes Wunder als die eucharistische Wandlung. Eine Wandlung, die man sehen, die man belegen kann.



Veränderung: ein anderes Wort für Korrektur

Leben ist permanente Veränderung. Allein schon das Älterwerden ist ein permanenter Prozess der Veränderung, der Wandlung. Bewegungen, die vor einigen Jahren noch problemlos möglich waren, bereiten nun Schmerzen. Die einst glatte Haut wird faltig, ledern, das Gedächtnis lässt bei vielen Menschen immer mehr nach. Das Gehör, die Sehkraft etc. werden immer schlechter. Die Haare werden weiß und dünner, viele alte Menschen verlieren einen Teil der Zähne, die verbliebenen, gesunden Zähne verlieren ihre einstige weiße Strahlkraft. Die Liste könnte beliebig erweitert werden. All das sind wahrnehmbare äußere Anzeichen für Veränderung.


Geschmack und Gewohnheiten ändern

Darüber hinaus ändern sich bei vielen Menschen auch Verhaltensweisen, so manche Vorlieben, der Geschmack und auch Gewohnheiten. Und das nicht nur, weil – aus welchen Gründen auch immer – es nicht mehr möglich ist, sondern weil »man« es nicht mehr will. Auch das sind wesentliche »Wandlungen«. Ich will und kann hier nicht alle sichtbaren und unsichtbaren Veränderungen aufzählen. Die für mich jedoch entscheidendste »Wandlung« ist die Verhaltensänderung. Sei es durch Einsicht, durch Lernen, veranlasst durch äußere Umstände etc., durch Lesen, durch die Umwelt, durch Erfahrung.

 

»Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: Sie haben sich gar nicht verändert.

Oh!, sagte Herr K. und erbleichte.« (Bert Brecht)

 

Wenn Veränderungen nicht erzwungen sind, wenn sie freiwillig geschehen, dann sind das echte »Zeichen und Wunder«, wie der Volksmund sagt. Konrad Adenauer wird der Satz nachgesagt: »Keine Experimente!« In letzter Konsequenz heißt dies ja, dass es keine Änderungen, keine Veränderungen, keine Wandlung geben darf, dass alles beim Alten bleiben soll. Dabei sind Veränderungen ungeahnte Chancen, auch wenn der Ausgang ungewiss ist.

Veränderungen sind oft schmerzhaft

Es müssen liebe Gewohnheiten aufgegeben werden, man betritt neues, unbekanntes Terrain, begegnet fremden Menschen, muss sich auf Unwägbarkeiten einstellen. Das alles ist in jungen Jahren absolut kein Problem. Zur Jugend gehört schließlich Veränderung, sowohl äußerlich als auch innerlich. Die Wandlung ist naturgegeben. Je älter Menschen werden, desto schwerer fällt dann Veränderung. »Einen alten Baum verpflanzt man nicht!«, lautet ein Sprichwort. Dabei eröffnen Veränderungen, gerade im Alter, ungeahnte Möglichkeiten. Sie gehen meist mit neuem Antrieb, neuer Begeisterung einher und heilen alte »Wunden« – vor allem im übertragenen Sinn. Nicht umsonst berichten professionelle Sterbebegleiter, dass am Ende des Lebens nicht bereut wird, was eventuell falsch gemacht wurde, sondern das, was versäumt wurde, was nicht gemacht wurde, im Sinne von: »Ach hätte ich doch …«

 

Und die Moral von der Geschicht?

Wandlungen wie in der eingangs erwähnten Eucharistie sind meines Erachtens unerheblich, weil nicht nachvollziehbar, weil sie nichts bewirken und keiner persönlichen Anstrengung bedürfen. Konkrete Veränderungen, Wandlungen dagegen sind das Leben, sie erhöhen die Lebensqualität. Und dabei meine ich jene Wandlungen, Veränderungen, die nicht von außen auf uns zukommen, ohne unser Zutun, sondern die auf einer bewussten Entscheidung von uns selbst bewirkt werden.

In diesem Sinne kann ich nur jedem wünschen, dass er den Mut aufbringt, aufzustehen, dass er – auch wenn er sich nicht sicher ist – sich verändert, neue Einsichten gewinnt, sich vom Weg der Wandlung nicht abbringen lässt, auch in eine unsichere Zukunft hinein. Der Lohn sind neue Begegnungen, neue Menschen, neue Sehweisen. Unsere Gesellschaft bräuchte dringend solche Bewegungen, solche Veränderungen, solche Wandlungen.

Abbildungen © pixabay.com (oben KI-generiert)

Josch 14.04.2026, 15.23

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