Einfach zum Nachdenken

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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Liebe

Sprung in der Schüssel?

„Sprung in der Schüssel“

Eine asiatische Weisheit

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte. Diese hingen an den Enden einer Stange, die sie über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war. Mit den beiden Schüsseln holte die Frau jeden Tag Wasser vom Fluss.
Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau enthielt die eine Schüssel stets die volle Portion Wasser, die andere war jedoch immer nur noch halb voll. Zwei Jahre lang geschah dies täglich. Die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung. Die Schüssel mit dem Sprung jedoch schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.

Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der Frau: „Ich schäme mich so wegen meines Sprunges, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft.“

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Josch 09.10.2019, 19.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Petra Morsbach: Justizpalast

Angeklagte, Beklagte, Richter, Staatsanwälte, Verteidiger und Zeugen

Der Roman spielt in München von den frühen 1950er-Jahren bis herauf ins Jahr 2017. Thirza Zorniger, genannt Tizzi, ist die Tochter von Carlos Zorniger, einem berühmten Schauspieler, und Gudrun Zorniger. Die Ehe von Tizzis Eltern geht schon früh in die Brüche, da Carlos unzählige Affären hat. Thirza wächst nach der Trennung der Eltern bei ihren beiden Großtanten – Schossi und Berti – und den Großeltern in Pasing auf. Der Großvater, ein aus Ostpreußen stammender ehemaliger Strafrichter, in Jura promoviert, streng zu allen, außer zu sich selbst, wird von der Mutter Thirzas wegen seiner früheren Nähe zum Nationalsozialismus verachtet. Wilhelm arbeitete in der Verwaltung des Bayerischen Rundfunks, was ihm bis ans Lebensende zu schaffen machte, und sorgte für den Unterhalt seiner beiden Schwägerinnen und der eigenen Familie. Thirzas Mutter hatte auch Jura studiert, war aber aufgrund der Ehe mit Carlos zum zweiten Staatsexamen gar nicht mehr angetreten. Gudrun stirbt schon sehr früh an Krebs...

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Josch 15.04.2018, 12.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah

Eine Buchbesprechung

Zu meinem Geburtstag haben mir Freunde das Buch „Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie geschenkt, weil sie wissen, dass ich mich seit Langem mit dem Thema Rassismus auseinandersetze, obwohl es gar nicht so leicht ist, mir ein Buch zu schenken. Nicht umsonst war einer der Schwerpunkte in meinem Studium Literatur von 1900 bis 1950. Und die rassistischen Umtriebe, schon im Vorfeld der Naziherrschaft, wurden in zahlreichen Romanen und in unterschiedlichen Facetten der deutschsprachigen Literatur dieser Jahre thematisiert und bearbeitet. Und in letzter Zeit war es vor allem US-amerikanische Literatur, die es mir in besonderer Weise angetan hat, von Harper Lee über Richard Powers bis hin zu Stephen L. Carter, um nur einige zu nennen

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Josch 01.06.2017, 17.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL

„Schreib ihr einen Liebesbrief ... !“

Was anonyme Botschaften "anrichten" können

Vor Kurzem las ich auf einem Briefkasten: „Schreib ihr einen Liebesbrief. Dass sie in 40 Jahren Whatsapp-Nachrichten auf dem Dachboden findet, ist eher unwahrscheinlich.“ Im ersten Moment musste ich über die Empfehlung mit wasserfestem Stift in geschwungener, gut lesbarer Schrift auf die Oberseite des gelben Kastens geschrieben, schmunzeln. Doch dann ließ mich diese originelle Aufforderung (wahrscheinlich ein Werbegag der Post) einfach nicht mehr los. Ich überlegte: Wann bekam ich in den letzten Monaten einen persönlichen Brief? Also keine Rechnung, keine Werbesendung, kein offizielles Schreiben des Finanzamts oder der Stadtverwaltung? Einen richtigen, an mich persönlich adressierten, per Hand geschriebenen Brief eines mir nahestehenden, lieben Menschen? Das ist schon eine Ewigkeit her.

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Josch 20.05.2017, 21.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Déjà-vu in Estaing. Fortsetzungsroman 10

Kapitel 10

Ich liege auf dem bequemen Gästebett und starre an die Wand. Der Brunello war fabelhaft. Leider waren es ein oder zwei Gläser über den Durst. Habe ich zu viel geredet? Immer wenn ich innerlich aufgewühlt bin, kann ich mich kaum beherrschen. Dann sinkt meine Schamgrenze, und ich rede und rede, wofür ich mich hinterher oft schäme. Manchmal komme ich mir wie ein kleiner Junge vor.

Magdalena hat in diesem wunderbaren Restaurant ganz schön mit mir geflirtet. Ob sie meine Unsicherheit bemerkt hat? Jedenfalls hat sie mich nicht spüren lassen, wie ahnungslos ich doch im Grunde bin, wenn es um wirklich wichtige Dinge im Leben geht.

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Josch 17.01.2017, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

„... sind Sie kraft Gesetz rechtmäßig verbundene Eheleute.“

Vor Kurzem war ich nach langer Zeit wieder einmal zu einer Hochzeitsfeier eingeladen. Das Brautpaar hatte ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie die Feier abzulaufen hatte. Deswegen legte es auch auf einen sogenannten Dresscode großen Wert, auf den es mit der Einladung hinwies. Anfänglich spielte ich mit dem Gedanken, mich diesem Diktat nicht zu unterwerfen, fügte mich dann aber doch, weil mir bei meinen gedanklichen Mätzchen klar wurde, dass dies die Feier erheblich stören und ich damit die Aufmerksamkeit auf mich lenken würde, wo es doch um das Brautpaar ging, und eben nicht um mich.

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Josch 16.08.2016, 21.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Dorothy Baker: Zwei Schwestern

Aus dem Amerikanischen von Sylvia Spatz

Cassandra Edwards, 24 Jahre alt, sehr hübsch, studiert in Berkeley. Sie ist um elf Minuten älter und bei der Geburt sechzig Gramm schwerer als ihre Zwillingsschwester Judith, die mittlerweile in New York lebt. Cassie ist mit ihrer Examensarbeit über den französischen Roman beschäftigt, als sie unerwartet von Judy zur Hochzeit auf die elterliche Farm eingeladen wird. ...weiterlesen

Josch 24.01.2016, 18.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

John Williams: Stoner

Aus dem Amerikanischen von Bernhard Robben

Der Roman „Stoner“ von John Edward Williams erschien bereits 1965, wurde aber erst 2006, da war der Autor schon zwölf Jahre tot, wieder entdeckt und entwickelte sich dann sehr schnell zu einem internationalen Bestseller. Das Buch handelt von einem Mann, der als junger Student der Agrarwissenschaft „seine Leidenschaft für Literatur entdeckt und Professor wird“, wie es im Klappentext heißt. Es ist ein Beziehungsroman im Vollsinn. Er beschreibt die harte Arbeit auf der Herkunftsfarm des Protagonisten ebenso wie die gefühllose und mitleidlose Rivalität an der Hochschule.

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Josch 10.01.2016, 11.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sehnsucht verleiht Flügel

„Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide“, heißt es in Goehtes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“. Das schmerzliche Verlangen kann sowohl beflügeln als auch niederdrücken. Haftet der Sehnsucht nicht etwas Unwiderbringliches an? Man kann sich nach einem geliebten Menschen verzehren, der irgendwo, weit weg, lebt und den man so inniglich bei sich hätte. Man kann sich nach einem Ort sehnen, an dem man wunderschöne, unvergessliche Stunden verlebte, man kann sich auch nach einem bestimmten Gemütszustand, einem Gefühl sehnen, kann danach schmachten, diesen Zustand wieder zu erreichen. Immanuel Kant nannte die Sehnsucht einen „leeren Wunsch, die Zeit zwischen dem Begehren und Erwerben des Begehrten vernichten zu können“.

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Josch 18.12.2015, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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