Einfach zum Nachdenken

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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Mann

Mannsbilder

Mannomann!

Die Frage, wann ein Mann ein Mann ist, hat Herbert Grönemeyer bereits vor 35 Jahren beantwortet. Er wusste, dass Männer es schwer haben, dass sie außen hart, jedoch innen ganz weich seien und dass sie schon als Kind auf ihr späteres Mannsein geeicht wurden. Doch ganz so einfach ist es leider nicht, das Mannsein, wie der Sänger das damals in die Welt hinaustremolierte. Vielleicht hat er sich aber auch nur selbst damit beschreiben wollen.

Die Zeit ist nicht stehengeblieben, und der Blick auf den Mann hat sich seitdem um 180 Grad erweitert, zumal wenn man Mannsein nicht isoliert betrachtet, sondern die gesellschaftlichen, psychologischen und sozialen Bezüge, in die ein Mensch nun einmal eingebettet ist, mit einbezieht. Mit einer solch differenzierten Sicht käme ein einfacher Schlager ganz aus dem Rhythmus.

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Josch 08.11.2019, 11.41 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Unser autobiografisches Gedächtnis

Bilder, Gerüche und Musik, die Erinnerungen wecken

Es gibt Orte, Situationen, Begegnungen und sinnliche Erfahrungen, die Jahre später immer noch eine geheimnisvolle Kraft haben und starke Gefühle auslösen. Manche Menschen sprechen von Kraftorten mit magisch-mystischer Wirkung, was immer das bedeuten mag. Zweifelsohne sind manche Kirchen nicht zufällig an Stellen erbaut, an denen bereits die Kelten Kultstätten angelegt hatten. Ob diesem Ort aber auch heute noch eine geheimnisvolle Kraft innewohnt, liegt meines Erachtens an mir selbst, an meiner Einstellung, meinen Gefühlen, die ich mit diesem Ort verbinde.

Ein solcher Ort ist für mich zum Beispiel der Petersberg im Landkreis Dachau und die romanische Basilika, die eine der bedeutendsten romanischen Kirchen Altbayerns ist. Ich kam als Siebzehnjähriger erstmals auf den Petersberg zu einer Spielwerkwoche. Die Anreise mit dem Zug dauerte für mich über vier Stunden. Dementsprechend beeindruckt war ich dann von der gesamten Anlage, die wie geschaffen ist, ruhig zu werden, sich ganz auf diesen Ort und mich zu konzentrieren und sich auf das, was dort geschieht, einzulassen.

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Josch 02.09.2018, 09.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Influencer oder Inspirator?

Ich bin kein Influencer

Ich bin kein Influencer, wenngleich es schon was hat, jemanden zu beeinflussen. Ich will es zugeben. Beeinflussung ist ein ambivalentes Geschehen. Würden wir uns nicht beeinflussen lassen, lernten wir nichts dazu. Die ersten Influencer sind die Eltern, die Geschwister, dann kommen die Kinder im Kindergarten hinzu, die Kindergärtnerin, die Lehrerinnen und Lehrer, die Mitschüler, die Freunde, die Studienkollegen, die Professoren oder die Arbeitskollegen, der Chef, der Meister, die Medien, die Journalisten und Politiker, die Konsumwelt und nicht zuletzt die Freundin oder der Freund, der Ehepartner, und dann die eigenen Kinder. So schließt sich dann der Kreis. Irgendwie sind wir alle Influencer, die von Influencern umgeben sind. Und dennoch bin ich kein Influencer. Ich habe ja keine Kosmetik anzupreisen, wie zum Beispiel Bibi, keine Kleidung, wie Stefanie Giesinger, kann keine Ernährungs- und Kochtipps geben wie Saliha Özcan, und ich weiß vom Leben zu wenig, um das Interesse der Menschen auf mich zu ziehen.

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Josch 19.08.2018, 14.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Déjà-vu in Estaing. Fortsetzungsroman 11

Kapitel 11

An den Wänden in der Galerie hängt eine Serie gerahmter, mit Kohle grob hingeworfener Skizzen nebeneinander, die auf mich wie die überdimensionierten Figuren eines Zeichentrickfilms wirken. Hagen Wandel bezeichnete die Blätter mit krakelig kleiner Schrift „Colombina Leidensfrau 1, 2, 3“ und so fort, jeweils kaum zu sehen in der rechten unteren Ecke der Bilder. Am Ende des großzügigen Laufgangs hängt das gut einen Meter hohe Ölbild der Colombina, jener Figur aus der Commedia dell'Arte.

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Josch 19.01.2017, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Déjà-vu in Estaing. Fortsetzungsroman 9

Kapitel 9

Ich bin verblüfft. Magdalena sieht mir lächelnd ins Gesicht, ohne auf meine Frage einzugehen, dann dreht sie sich um und führt mich ins Haus.

„Das ist ja eine Überraschung. Kann ich dir etwas zu trinken anbieten?“, fragt sie, mit deutlicher Lust am Flirt, und bleibt vor mir stehen.

„Einen Schluck Wasser vielleicht … das wäre wunderbar.“

„Keinen Whiskey Sour oder vielleicht ein Glas Rotwein?“, fragt sie mit unverkennbarer Ironie.

„Das weißt du noch? Um diese Tageszeit lieber nur Wasser.“

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Josch 15.01.2017, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Déjà-vu in Estaing. Fortsetzungsroman 6

Kapitel 6

Heftiges Türenknallen holt mich zurück in die Realität meiner Familie. Katharina liegt im Clinch mit unserer Tochter und hat gar nicht mitbekommen, dass ich schon zu Hause bin. Ich stehe mit einem Glas Primitivo in der Hand in meinem Zimmer und glotze auf die Straße hinunter. Wie ungern ich doch mittlerweile in dieser Wohnung bin, da hilft weder der exzellente Schnitt noch die 1-a-Lage. Es liegt an diesen ständigen Auseinandersetzungen, die ich nicht mehr ertragen kann. Unentschlossen drehe ich mich um, stelle das Glas auf das Sideboard und überlege, ob ich mich in den Streit einmischen soll, als Katharina, ohne anzuklopfen, ins Zimmer stürmt und mich auffordert, endlich mit meiner Tochter zu reden.

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Josch 11.01.2017, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Déjà-vu in Estaing. Fortsetzungsroman 5

Kapitel 5

Lilli ist schon vor mir aufgestanden und mit dem Frühstück bereits fertig, als ich aus dem Schlafzimmer komme. Ich musste sie gar nicht wecken. Wir sehen uns an und bleiben dennoch stumm. Ich kann sie nicht einmal fragen, wie es ihr geht, weil ich mich scheue, aus der Reserve zu gehen. Sie sagt, dass sie früher aus dem Haus müsse, weil sie sich vor dem Unterricht mit Simon treffen wolle. Simon zählt seit ihrer Kindergartenzeit zu ihren engsten Freunden. Voller Wehmut denke ich an die Zeit zurück, als sie sich beim Frühstück auf meinen Schoß gezwängt, von meinem Teller gegessen und mit ihren kleinen Händen meine Nase umfasst hat. Nun sind ihr Freunde wichtiger als die Eltern. Rein rational ist mir das klar, aber emotional geht mir ihre Nähe ab.

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Josch 10.01.2017, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

„Sieh diesen Tag, denn er ist Leben...“

Die Zeit zwischen den Jahren ist für mich die eigentlich stille Zeit des Jahres. Zeit zum Innehalten und Nachdenken. Was hat das zu Ende gehende Jahr gebracht? War es ein gutes Jahr? Oder war es ein Jahr, hinter das man schnell einen Haken setzen sollte, gepflastert von Schicksalsschlägen, Niederlagen und Verlusten? Wer war für das Jahr, so wie es abgelaufen ist, verantwortlich? War ich es nicht selbst? War ich nicht der Gestalter meines Lebens und seiner Umstände?

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Josch 29.12.2016, 14.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das eigene Schreiben reflektieren?

Wenn ich mich mit großen Literaten beschäftige, solchen, die seit Langem einen festen Platz in der deutschen Literaturgeschichte haben, stelle ich immer wieder erstaunt fest, wie intensiv sie oft den Prozess ihres Schreibens reflektiert haben. Sie schufen Figuren, denen sie fiktional „Leben einhauchten“, die bestimmte Funktionen in ihrem jeweiligen Werk (Roman) haben, eine Art Eigendynamik zu entwickeln scheinen, dann aber abberufen werden, sozusagen „sterben“ müssen, wenn sie ihre Funktion im Text erfüllt haben.

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Josch 01.05.2016, 20.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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