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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Bücher & Filme

Entdeckungsfreudige Erkundung des Grimmschen Wörterbuches

Sprachfeinheiten zum Schmücken der Sprache

Wer heute ein Wort liest oder hört, das ihm unbekannt ist oder dessen Bedeutung ihm nicht klar ist, der googelt es oder sucht bei Wikipedia, ob sich dort ein Eintrag findet. Für die schnelle Suche wird man wahrscheinlich nicht zu einem Wörterbuch greifen; das ist vielen, vor allem jüngeren Menschen, viel zu aufwendig. Wer sich aber auf die Suche nach Wortschönheiten macht, gleichsam als wolle er eine fremde Sprache lernen, dem nützt die Suche übers Internet wenig. Menschen also, die aus reiner Lust unbekannte oder neue Wörter entdecken möchten, kommen an einem Wörterbuch schlichtweg nicht vorbei. Nun könnte man auch im grimmschen Wörterbuch, das es auch digital gibt, nachschlagen, aber das ist nicht wirkich produktiv, denn dort wird man nur fündig, wenn man ganz konkret nach einem bestimmten Wort sucht.

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Josch 25.05.2022, 20.43 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sein oder Nichtsein

Leben auf der Probebühne

Ein Schauspieler erzählt von der Inszenierung des monumentalen Shakespearedramas "Hamlet, Prinz von Dänemark" im Jahr 1999 durch den Starregisseur Peter Zadek. Zadek hatte dafür die besten Schauspieler des deutschen Sprachraums um sich versammelt. Eine Besonderheit dieser legendären Inszenierung war die Besetzung der Titelrolle mit einer Frau, nämlich Angela Winkler. Der Autor, selbst Mitglied des Ensembles, reiht tagebuchartig Episode an Episode, teils humorvoll, teils ernst bis hin zu alltäglichen Dramen menschlichen Lebens. Dabei werden die Eigenheiten und Verrücktheiten des Starensembles offenbar, wie sonst eigentlich nur auf der Bühne vor Zuschauern. Im Klappentext des Buches heißt es dazu: »Es ist und bleibt ein großes Geheimnis: Wie entsteht ein Kunstwerk? Klaus Pohl ist es mit seinem grandiosen Roman Sein oder Nichtsein gelungen, diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen.«

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Josch 23.03.2022, 11.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ans Ende der Welt

Eine Geschichte von Liebe und Tod

Am 17. Mai 1943 werden Professor Dr. Salomon Waterdrager, seine Frau Henny und ihre Tochter Annabeth in Amsterdam verhaftet und in ein heruntergekommenes Vorstadttheater gebracht, das als Sammelstelle für die Deportation in ein Konzentrationslager dient. Dabei hatte ihm noch zwei Tage zuvor der Leiter der Deportationen für seine außerordentlichen Verdienste in der Jurisprudenz eigenhändig den Sperrstempel in seinen Personalausweis gedrückt. Salomon Waterdragers ist überzeugt, dass es sich nur um einen Irrtum oder eine Verwechslung handeln könne.

Während Professor Waterdrager vehement gegen die Verhaftung protestiert und seine Frau Henny aufgeregt durchs Zimmer geht  und Unnötiges zusammenpackt, fügt sich die bildhübsche Annabeth widerspruchslos in ihr Schicksal. Sie wusste, dass es um Leben und Tod geht. Und sie will leben, leben um jeden Preis. 

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Josch 04.02.2022, 16.25 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Der Nachtwächter

Gegen das Vergessen

1953 verabschiedet der Kongress der Vereinigten Staaten die House Concurrent Resolution, mit der die Verträge zwischen souveränen Nationen für nichtig erklärt wurden. Damit sollten langfristig sämtliche indianischen Nationen aufgelöst, terminiert, werden. Dagegen stemmt sich Thomas Wazhashk, Vorsitzender des Stammesrats der Turtle Mountain Band of Chippewa und Nachtwächter in der Lagersteinfabrik von Turtle Mountain. Bei seinem Dienst kämpft er nicht nur gegen den Schlaf, sondern vor allem gegen diese Terminationspolitik des Kongresses, angeführt von Senator V. Watkins, unermüdlicher Verfechter der Enteignung indigener Gruppen und glühender Anhänger der Mormonen, nach deren Auffassung Indianer kein Recht auf Land und Boden haben, weil sie nicht dem Menschenbild der Mormonen entsprechen. Thomas schreibt Briefe an Senatoren, an den Landrat, an Zeitungskolumnisten, aber auch an Mitglieder seines Stammes, die sich mit Fragen an ihn wenden. Dazwischen erledigt er seine Kontrollgänge durch das Werk. Und er spricht bei der Arbeit häufig mit Gegenständen, was aber für die Stammesmitglieder ganz normal ist.

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Josch 13.01.2022, 12.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die verlorenen Stürme

Eine Elterngeneration, die ihre Jugendlichen im Stich lässt

Was kann uns Literatur über die Zeit der frühen 1930er-Jahre heute noch sagen? Ist nicht längst alles hinreichend aufgearbeitet, reflektiert und dokumentiert? Haben wir nicht genug aktuelle, weltumspannende Krisen und Konflikte, mit deren Bewältigung wir mir als genug beschäftigt wären? Ich meine, dass uns „Die verlorenen Stürme“, dem Roman von Susanne Kerckhoff, der von der unseligen Zeit zwischen 1932 und 1933 aus der Sicht Jugendlicher in Berlin erzählt, eine überraschende Einsicht vermitteln kann. Eine Einsicht, die auch heute noch aktuell ist. 

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Josch 15.11.2021, 21.31 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein wenig Leben

Epos über Freundschaft, Treue, Trauma und menschliche Güte

Malcolm, JB (Jean Baptist), Willem und Jude haben sich am College kennengelernt und sind seitdem eng befreundet. Malcolm studierte Architektur, JB Malerei, Willem Schauspiel und Jude Jura und Mathematik. Nun leben sie in New York und schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben, außer Malcolm, Sohn eines sehr vermögenden afroamerikanischen Rechtsanwalts und einer Literaturagentin. Er wohnt bei seinen Eltern in einem Stadthaus, in der Nähe der Park Avenue. JB wird von seiner Mutter, einer promovierten Pädagogin, unterstützt. Wie Malcolm ein Schwarzer, arbeitet JB an der Rezeption einer Zeitschrift, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. Am Abend und an Wochenenden malt er in einem Loft in Long Island City, das dem sehr vermögenden Ezra gehört, einem – wie JB sagt – sehr schlechten Künstler.

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Josch 14.10.2021, 11.00 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Stimmen der Hoffnung

Mutige Menschen: die belarussische Freiheitsbewegung

Am 9. August 2020 fanden in Belarus Wahlen statt, bei der nach offizieller Schreibweise über 80 Prozent der Wähler für Alexander Lukaschenko stimmten, den letzten Diktator Europas, der seit 1995 Präsident des Landes ist. Im Jahr seines Amtsantritts fiel Lukaschenko mit einer Aussage über Hitler auf, als er erklärte: „Es dauerte Jahrhunderte, um die deutsche Ordnung herzustellen. Unter Hitler erreichte diese Formation ihren Höhepunkt. Dies entspricht unserem Verständnis einer Präsidentenrepublik und der Rolle eines Präsidenten darin.“ Das sagt eigentlich alles über diesen Menschen. Zum Jahrestag der Wahlen vor einem Jahr und dem mutigen Protest der Menschen im Anschluss daran erschien im Verlag das kulturelle Gedächtnis das Buch „Stimmen der Hoffnung“.


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Josch 15.08.2021, 14.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein anderes Land

Porträt einer Gesellschaft, die ins Rutschen geraten ist

James Baldwin ist einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. „Warum James Baldwin lesen, heute, dreißig Jahre nach seinem Tod?“, fragt Verena Lueken in ihrem Vorwort zu Baldwins Roman Von dieser Welt. Und sie gibt die treffende Antwort: „Wer einmal einen Satz von ihm laut aufgesagt hat, wird die Frage überflüssig finden.“ Genauso ging es mir, als ich die neue Übersetzung von Ein anderes Land gelesen habe. Es ist ein unglaublich tief berührender Roman, der einen hineinzieht in die „rassistisch gespaltene US-amerikanische Gesellschaft der Fünfzigerjahre“, wie René Aguigah im Nachwort des Buches ausführt.

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Josch 24.06.2021, 12.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vergessen tötet die Toten noch einmal

Tramhalte Beethovenstraat

Andreas, Verfasser zweier Gedichtbände und einer Novelle, entkommt 1942 dem Braunen Moloch, weil ihn ein Stabsarzt kriegsverwendungsunfähig schreibt. Er wird als Berichterstatter einer Zeitung nach Amsterdam geschickt. Von seinem Zimmer in der Beethovenstraat aus beobachtet er, wie jede Nacht vierhundert Juden abtransportiert werden: „… es war Punkt zwei; er machte das Licht aus, lief zum Fenster und riss es auf. Unten standen vier Trambahnen mit je einem Anhänger, dahinter bewegte sich eine dunkle Masse, einige hundert Menschen mussten es sein; fahle Gesichter im Schein der blauen Taschenlampen, die von Jungen mit weißen Armbinden gehalten wurden. An den Flanken standen ein paar Uniformierte (Soldaten, Polizisten?) mit großen Schäferhunden an kurzen Leinen.“

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Josch 24.05.2021, 18.04 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Business Bullshit

Das lautlose Verschwinden deutscher Wörter

Um es vorweg zu sagen: Ich verwende lieber deutsche Wörter als englische, wenn ich deutsch spreche. Das macht doch jeder, oder? Leider das Nein. In der Alltagssprache und in verschiedenen Soziolekten zeigt sich ein lautloser Auszug deutscher Wörter. Der Vormarsch englischer Wörter in der deutschen Sprache ist unaufhaltsam. Wenn man sich offensiv zur deutschen Sprache bekennt, muss man aufpassen, dass man nicht in eine politische Ecke gestellt oder von irgendwelchen ewig Gestrigen ideologisch vereinnahmt wird. Das ist traurig, aber wahr.

Da ich die deutsche Sprache, seit ich denken kann, pflege und mit ihr arbeite, sind die Bücher aus dem Duden Verlag für mich sehr wichtig. Und das betrifft nicht nur die Wörterbücher, sondern auch die seit geraumer Zeit sehr wichtigen Publikationen wie das Jiddische Wörterbuch oder Antisemitismus in der Sprache oder wie Business Bullshit von Jens Bergmann.

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Josch 05.05.2021, 16.03 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

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